Redestab

Koja

Koja bedeutet auf schwedisch Hütte.

Wir haben eine enge Beziehung zu schwedischen Freunden, dadurch kam unsere 6-eckige Hütte zu ihrem Namen.

Kota ist der gängigere Begriff für Hütten dieser Art.


Drachenkopf an der Koja

Das Feuer in der Mitte unseres Redestabkreises



Der Redestabkreis

Ritual & Regeln

    

Vor ein paar Monaten hat uns unser Netzwerker Konstantin auf die

Internetseite von Konstantin Kirsch hingewiesen, die sehr viele interessante Beiträge enthält.

 

Der Bericht über ein Tingmöte (Redestabkreis) genanntes Treffen hat uns sofort faszinert.

 

Was ist es also, was uns beide sofort so begeistert hat, dass wir einen solchen Redestabkreis ein paar Wochen später selbst organisiert haben?

Was steckt hinter diesem Begriff „Redestabkreis“?

 

Der Redestab ist ein Kultgegenstand, meist ein besonders verzierter Stab oder Stock, der bei verschiedenen indigenen Völkern wie den Wikingern oder Indianern wohl schon seit Jahrtausenden benutzt wurde, um bei wichtigen Gesprächsrunden die Gesprächskultur zu fördern.

Während einer Gesprächsrunde wandert dieser Stab im Kreis von Redner zu Redner.

 

Durch vorher festgelegte Regeln kommt es im Redestabkreis zu einer

wertschätzenden Kommunikation wie man sie in üblichen

Diskussionsrunden häufig vermißt.

 

Es gibt verschiedene Versionen zur Abhaltung eines Redestabkreises.

 

Wir haben uns für folgende Regeln, die sich bewährt haben, entschieden:

   

1.     Die Gruppe (ab 2 Personen) sitzt im Kreis um ein Feuer herum.            

      Zu Beginn reichen sich alle Teilnehmer für ein paar Minuten die Hände, um schweigend in der Runde „anzukommen“.

 

2.     Danach werden die Regeln vorgelesen ; diese werden während des gesamten Redestabkreises nicht mehr verändert.

      Der Redestab wird nun dem 1. Redner übergeben.

 

3.     Der Stab wird in der ersten Runde schweigend im Sonnenlauf weitergegeben  (ebenso endet der Redestabkreis  mit einer Schweigerunde). In der 2. Runde stellt sich jeder kurz vor.

 

4.     Nur wer den Stab hat, darf reden ( schweigen, singen, tanzen o.ä.), solange er möchte. Alle Anderen hören schweigend zu. Der Redner steht beim Reden mit dem Stab in den Händen, „er steht zu seinem Wort“.

 

5.     Mitgeteilt werden eigene Erlebnisse, Wahrnehmungen, Gefühle, Gedanken. Kritik, Wertungen, Lob bezüglich anderer Menschen  sollen nicht geäußert werden. Es werden auch keine Ratschläge erteilt.

 

6.     Wer den Kreis verlassen möchte, wartet bis der Stab zu ihm kommt,

      reicht ihn wortlos weiter und verläßt erst dann die Runde. Möchte er später wieder an der Runde teilnehmen, so setzt er sich an den gleichen Platz wie zuvor, läßt den Stab einmal ohne sich zu äußern an sich vorbei gehen und spricht erst in der folgenden Runde wieder.

 

7.     Wenn eine Pause nötig erscheint, legt der jeweilige Redner den Stab vor sich auf den Boden und die Runde wird unterbrochen. Auf diese Weise kann der Redner die anderen Teilnehmer auch zur Diskussion aufrufen , Fragen in die Runde stellen oder die anderen auffordern mit zu machen (z.B. beim Tanzen); dies sollte möglichst selten gemacht werden.

 

8.     Jeder Teilnehmer bekommt Bleistift und Zettel, um sich Gedanken      aufschreiben zu können, die wichtig erscheinen und eventuell vergessen werden können.  In der Pause wird nicht über die im Kreis besprochenen Themen geredet. Generell gilt, das alles, was im Kreis gesprochen und erlebt wird, in der Runde bleibt. Der Tingkreis ist ein Raum des Herzens und Vertrauens.

 

 Was sind nun die Vorteile bzw. Effekte eines solchen Redestabkreises ?

 

Anders als in vielen Diskussionsrunden bekommt jeder die Möglichkeit

seine Gedanken und Anliegen auf Augenhöhe zu äußern ohne unterbrochen zu werden. Jeder kann  zu jedem Thema und solange er möchte reden.

 

Es gibt keine Vorteile für „Schnelldenker“ oder „Lautsprecher“, sodass auch der Schüchternste und Leiseste zu Wort kommt.

 

In der Gruppe wird auch kein Konkurrenzverhalten auftreten, weil jeder weiß, wann die Reihe an ihm ist. Während seiner Ausführungen bekommt der Redner die volle Aufmerksamkeit der Gruppe.

 

Der Sprecher richtet seine Aufmerksamkeit nach innen, auf das für ihn in diesem Moment Wichtige, während die Gruppe ihre Aufmerksamkeit ganz nach außen richtet und ganz bei dem ist, was der Sprecher sagt.

 

So lernt man mit dem Herzen zu sprechen und zu hören und die „Linkshirnigkeit", also der Verstand, wird zurück gedrängt.

 

Im besten Fall wird die Gruppe zu einer Einheit, sodass nicht mehr der Einzelne spricht, sondern  der Stock quasi das Sprechen übernimmt.

Daher wird im Englischen der Stab auch „talking stick“ genannt,

also sprechender Stab.

 

Halten sich nun alle an die Regeln, was man von erwachsenen, respektvollen Menschen erwarten kann, so wird eine solche Runde zu einer ganz neuen Kommunikationserfahrung, in der man die Wertschätzung für einander als gute Erfahrung mit nach Hause nimmt.

 

Eingegriffen wird nur, wenn Redner ihre Redezeit als Plattform für ausufernde Selbstdarstellung, zum Dauerjammern oder zum Anklagen Anderer mißbrauchen.

 

Wir sind auch nach dem Abhalten des ersten Redekreises noch genauso begeistert und  laden euch ein an einer unserer Runden teilzunehmen, bzw. selbst so einen Kreis zu initiieren.

 

In unserer Koja können wir etwa 10 Personen unterbringen.

Wer gerne teilnehmen möchte , schicke uns bitte eine Nachricht.

 

Da die Runden mitunter recht lang werden können, haben wir uns entschieden, sie sonnabends  um 15.00 Uhr zu starten,

sodass wir genug Zeit haben für einen ausgiebigen Austausch.   

 

Frau Elisabeth Pohlmeyer hat uns freundlicher Weise ihren Aufsatz

"Lebensfreude durch heilsames erzählen" zur Verfügung gestellt,

der Aufsatz ist eine perfekte Einstimmung.